Im 8. Teil des großen Haarer-Vergleichs geht es um die Beikost, das Abstillen und das Heranführen an den Familientisch, aber auch um Krankheiten und Impfungen.

1938 Kapitel XI. Die Ernährung im zweiten Halbjahr. 23 Seiten. Dieses Kapitel beinhaltet auch Krankheiten und die Pockenimpfung (6 Seiten zusammen).

1979 Der Inhalt von Kapitel XI wurde auf drei Kapitel aufgespalten. Kapitel 8 "Kost ohne Milch" 7 1/2 Seiten; Kapitel 9 "Beschwerden bei Flaschenkost" 6 1/2 Seiten; Kapitel 10 "Krankheiten und Impfungen" 9 1/2 Seiten. 

Wir sehen schon, dass der Anteil über die Ernährung geschrumpft ist. Bei den Krankheiten wurden einige ergänzt und mittlerweile gibt es deutlich mehr als nur die Pockenimpfung.

Lies den ausführlichen Vergleich auf Steady oder auf Patreon - ab Mitgliedsstufe "Hinter den Kulissen"

 

Die Änderungen zwischen den Ausgaben sind enorm. Die Informationen zur Beikost wurden drastisch reduziert, nicht zuletzt weil Haarer 1979 von Gläschen-Kost begeistert ist, obwohl sie 1938 noch vehement dagegen war.

Hier der einzige Abschnitt dieses Kapitels, an dem man noch erkennen kann, dass es sich um eine neuere Ausgabe desselben Buches handelt.

1938, S. 211: " Wie soll man es aber bei Eßschwierigkeiten nicht machen? Niemals darf man dem Kinde die unwillkommene Nahrung förmlich aufzwingen wollen, ihm immer wieder den vollen Löffel in den Mund stopfen, bis es wild wird, sich aufbäumt, spuckt und schreit. Damit erreicht man sein Ziel nicht, im Gegenteil. Jede Mahlzeit wird zu einer kleinen Tragödie. Das Kind wird von vornherein kopfscheu und ist bald überhaupt nicht mehr zu ordentlichem Essen zu bringen. Wie oft wird auf solch unvernünftige Weise der Keim zu späteren ernsten Erziehungsschwierigkeiten gelegt, wie manches Kind so zum 'schlechten Esser' geradezu erzogen."

1979, S. 208: "Es gibt Mütter, die ihrem Kinde einen Löffel nach dem andern in den Mund stopfen, bis es sich aufbäumt, wild wird und spuckt. Damit erreicht man gar nichts. Jede Mahlzeit wird zu einer kleinen Tragödie und solch ein Kind wird geradezu zum 'schlechten Esser' erzogen. - Machen Sie sich bitte einen ganz einfachen Grundsatz zu eigen: Mein Kind darf essen, es muß aber niemals essen - und Hunger ist der beste Koch. Ein gesundes Kind hat auch einen gesunden Appetit, wenn man es nicht überfüttert! Wenn Ihr Kind gar nicht essen will, dann fragen Sie Ihren Arzt."

Demnächst

Teil 9 - Säuglingspflege jenseits der Ernährung
Teil 10 - Entwicklung des Kindes  
Teil 11 - Erziehung des Kindes  
Teil 12 - Fazit

Bereits erschienen

Teil 1 - Erster Eindruck
Teil 2 - Schwangerschaft
Teil 3 - Vorbereitung auf das Baby
Teil 4 - Die Geburt
Teil 5 - Wochenbett
Teil 6 - Stillen
Teil 7 - Ernährung mit der Flasche

»Bei meinem Kind mache ich das anders«