Nicht nur, dass man Ziegenmilch als Muttermilchersatz verwendet hat; nein, man hat die Kinder direkt von der Ziege trinken lassen. Die Ziegen mochten das allerdings nicht so gerne.

"Zur Ausführung des Vorschlages, die Kinder durch Ziegen säugen zu lassen, kann ich aus mehrern Gründen nicht rathen. Erstlich ist die Ziegenmilch viel dicker und gröber, als die Menschenmilch, und daher für das Kind auch viel zu schwer, besonders wenn das Thier aus seiner gewohnten Lebensart herausgerissen wird. Zweitens lassen nur sehr wenig Ziegen Kinder an sich saugen, und schlagen und stoßen nach denselben, wenn sie den Zitzen nahe gebracht werden. Bindet man aber einem solchen Thiere die Füße aneinander, um das Kind gegen Stöße oder Schläge zu sichern, so hält es meistentheils in seinem Unmuthe die Milch zurück und vereitelt alle Versuche des Säuglings, sich zu nähren. Ehe der Brunnenarzt in Brückenau, Dr. Zwierlein, seine wohlgemeinte Schrift: Die Ziege als beste und wohlfeilste Säugamme, 1r Theil 1816, 2r Theil 1819 in Stendal herausgab, war der Versuch in Paris mit den Findlingen schon im Großen angestellt worden; man hatte jedoch das Nachtheilige dieses Verfahrens, mutterlose Säuglinge zu ernähren, erkannt und war daher auch gänzlich davon abgegangen."

"Belehrungen für Schwangere", Dr. Johann Christian Gottfried Jörg, 1826

»Bei meinem Kind mache ich das anders«

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