"Daß ein Kind gesund ist, merkt man an seinem ganzen Gebaren. Das gesunde Brustkind zeigt seinen Hunger kurz vor Ablauf der Trinkpause durch kräftiges, öfter durch Lutschversuche am Finger unterbrochenes Schreien. Ist es älter, dann sieht es gespannt nach der sich entblößenden Brust, wenn es greifen gelernt hat, zappelt es unter saugender Bewegung der Lippen heftig danach.

Nicht nur, dass man Ziegenmilch als Muttermilchersatz verwendet hat; nein, man hat die Kinder direkt von der Ziege trinken lassen. Die Ziegen mochten das allerdings nicht so gerne.

"Eng mit dem vorhandenen Mangel an Säuglingsfürsorge hängt auch der an Wöchnerinnenschutz zusammen. Es ist zwar die Sterblichkeit der Wöchnerinnen im Privathaushalt auf die Hälfte der vorantiseptischen Zeit zurückgegangen, aber noch drei- bis viermal so hoch, wie in den Entbindungsanstalten. Im Kindbett starben in Preußen 1896 = 4031 Frauen, 1898 = 3770, 1900 = 4074."

Die sozialen Ursachen der Säuglingssterblichkeit, Gustav Temme, 1908

Bemerkungen über Geburt und Wochenbett aus "Natürliche Geburtshülfe", Band 1, Dr. Lukas Johann Boer, 1817, S.197 ff.

XXV.

Wenn eine Entbundene von anhaltendem Schmerz des Unterleibes geheilet worden, so muß sie Erkältung und alles übrige vermeiden, was ihr diesen Zustand zum zweytenmale zuziehen könnte. Denn der erste Anfall ist gefährlich, der zweyte fast immer tödtlich.

"Bei unehelichen Geburten sind Totgeburten verhältnismäßig viel häufiger. Während von den ehelich geborenen 1904 1857408 oder 97,1% lebend und 56219 oder 2,9% tot geboren waren, waren von den unehelichen 168439 oder 95,9% lebend und 7281 oder 4,1% tot geboren. Abgesehen von kriminellen Ursachen wird das stärkere Auftreten von Totgeburten bei unehelichen Geburten wohl vor allem seinen Grund darin haben, daß die außerehelichen Mütter in der Mehrzahl bis zum äußersten Termin auf Erwerb ausgehen und sich eine Schonung nur wenig zuteil werden lassen können."

Die sozialen Ursachen der Säuglingssterblichkeit, Gustav Temme, 1908

Bemerkungen über Geburt und Wochenbett aus "Natürliche Geburtshülfe", Dr. Lukas Johann Boer, 1817, S.194 ff.

XIII.

Haben sich Kinder übrigens wohl befunden, und es stoßen ihnen unvermuthet Schwämmchen an der Zunge und den Lippen auf; so ist es ein Zeichen, daß sie bey Wasser genährt werden, oder daß sie am Schlutzer saugen; daß ihnen der Mund oft und rohe ausgewischt werde, oder daß sie nebst der Mutter- oder Ammenmilch noch andere Nahrung bekommen.

"§ 198
Was den Umgang mit andern Menschen anbelangt, so muß eine Wöchnerin denselben in den ersten 6 bis 8 Tagen des Wochenbettes möglichst vermeiden. Sie soll in dieser Zeit nur sich und ihrem Kinde leben und letzteres verträgt durchaus noch keinen Andrang von Menschen und kein Geräusch, welches damit verbunden seyn muß.

Bemerkungen über Geburt und Wochenbett aus "Natürliche Geburtshülfe", Dr. Lukas Johann Boer, 1817, S.192ff.

I.

Es ist immer unangenehm, und zu Zeiten in der That von übler Bedeutung, wenn bey Schwangeren das Kindswasser vor der Zeit und schleichend abgeht.

"Das Kind soll immer bei der Mutter sein. Die Mutter, welche sich ihres Säuglings recht annimmt, um fort und fort auf Erfüllung aller seiner Bedürfnisse bedacht zu sein, darf entweder, während er auf seiner Lagerstätte ruht, fast nicht von seiner Seite gehen oder sie muß ihn mit sich tragen.
So nur ist die Pflegerin im Stande, des Kindes Wohl wahrzunehmen, ihm alle kleinen und berechtigten Wünsche abzulauschen."

Das kleine Kind: Von Tragbett bis zum ersten Schritt, Hermann Heinrich Ploss, 1881

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