Adalbert Czerny (1863-1941) war ein äußerst erfolgreicher Kinderarzt. Er lehrte an der Berliner Charité und gründete dort die internationale Pädiatrieschule. Bis heute werden seine Errungenschaften in der Kinder- und Jugendmedizin gefeiert. Adalbert Czerny war außerdem ein Kinderhasser. 

Bis zur Einführung des Reichsgesetzes vom 6. Febr. 1875 gab es in Preußen neben der gewöhnlichen Ehe oder "Ehe zur rechten Hand" auch die "Ehe zur linken Hand". Diese erlaubte Männern, eine Frau von niedrigerem Stand zu heiraten. Seit 1791 galt dieses Recht nur noch für Adlige und hohe Beamte. Es musste vom Landesherrn eine Erlaubnis zu dieser Eheschließung erteilt werden.

Das Patriarchat macht die Mutter zum Idol, um der Frau klare Grenzen zu setzen, außerhalb derer sie sich nicht bewegen darf. In der Idealvorstellung geht die Frau ganz in der Mutterrolle auf. Wer sich dieser Rolle nicht hingeben will, ist zu verachten. 

"Es gibt nur einen weiblichen Beruf - den Veruf der Gattin, Mutter und Hausfrau; nur eine Vorbereitung für denselben - die Familie; nur eine weibliche Tugend - die selbstlose und selbstverleugnende Hingebung; nur einen weiblichen Fehler - die Selbstsucht."
Die häusliche Erziehung, Sigismund Stern, 1867

Aber auch moderne Erziehung schützt nicht vor dem Gefühl, sich aufopfern zu müssen, um eine gute Mutter zu sein. Besonders der Anspruch, ein Kind bindungsorientiert zu erziehen, kann dazu führen, dass Eltern ihre eigenen Bedürfnisse bis zur Erschöpfung den (vermeintlichen) Bedürfnissen des Kindes unterordnen. 

Die Frage nach dem Beginn des Lebens ist im Christentum bei zwei Ereignissen besonders relevant: bei der Nottaufe und bei der Abtreibung.

Mit viel Empörung wird in den Social Media gerne behauptet, Johanna Haarers Buch "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" sei nach 1945 nur von der Nazi-Propaganda bereinigt und ansonsten mit denselben Erziehungsinhalten weiter vertrieben worden.  Diverse Artikel in der Presse stützen diese Behauptung. In diesem Artikel beschäftige ich mich mit der Frage, ob diese Empörung berechtigt ist.

1865 erfand Justus von Liebig die erste Pulvermilch. Sie war als Nahrungsergänzung für Säuglinge und Kleinkinder konzipiert. Bereits 1868 brachte Henri Nestlé seine eigene Variante dieses Milchpulvers hervor und vermarktete sie als Muttermilchersatz. 1872 stieg Nestlé in den Weltmarkt ein und setzte sich 1875 als reicher Mann zur Ruhe. 

Der Tragemantel war insbesondere in Sachsen und Thüringen weit verbreitet. Meist war er eine Art zweilagiges Cape, in dessen äußere, kürzere Lage das Baby oder Kleinkind gewickelt wurde, um es bequem tragen zu können und dabei die andere Hand frei zu haben. Mit Sicherheit war diese Art zu tragen nicht so ergonomisch wie heutige Tragetücher oder Tragehilfen. Die Alternativen waren damals aber, das Baby wie ein Bündel in Tücher oder Bänder einzuwickeln und das Kleinkind auf dem Unterarm wie auf einem Stuhl sitzen zu lassen. Das aufrechte Tragen eines Babys wurde für rückenschädigend gehalten und das Tragen auf der Hüfte war anscheinend so undenkbar, dass es nicht einmal erwähnt wird.

Dies ist der Beginn eines Vergleichs zweier Ausgaben des Buches „Die (deutsche) Mutter und ihr erstes Kind“. Ich werde nach und nach ergänzen und schließlich die wichtigsten Punkte in einem öffentlichen Blogbeitrag zusammenfassen. Mitglieder können den Fortschritt des Vergleichs wahlweise bei Steady oder bei Patreon verfolgen, Fragen stellen, Anmerkungen machen und mehr Details erfahren.

Schon lange geht es in diesem Blog nicht mehr nur um Säuglingspflege. 

Was vor über zwölf Jahren mit dem Posten kontextualisierter Zitate aus historischen Erziehungsratgebern begann, hat sich mittlerweile zu einem umfangreichen Blog und mehreren Social Media Kanälen gemausert. Zunächst ging es primär um die Ursprünge von Stillregeln, vom Schlafenlernen und überhaupt der Säuglingspflege. Heute geht es zudem um das Familienleben, die Rollen der einzelnen Familienmitglieder, größere Kinder, feministische Geschichte und Geschichten, Kinderrechte, die Zerstörung des Patriarchats, Hilfe bei Generationenkonflikten und viel mehr.

»Bei meinem Kind mache ich das anders«

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