In einem meiner allerersten Artikel habe ich beschrieben, wie sich das Wochenbett seit 1830 verändert hat. Das Baby wurde erst aus dem Bett, dann aus dem Zimmer der Wöchnerin verdrängt. Dies hatte nachhaltige Wirkung auf das Bonding. Treibende Kraft bei dieser Entwicklung waren die Ärzte (kein generisches Maskulinum). Umso bemerkenswerter, dass in diesem Text eines Geburtshelfers aus dem Jahr 1842 deutlich auf den positiven Einfluss des gemeinsamen Wochenbettes auf das Bonding hingewiesen wird. 

Der Tragemantel (auch Tragmantel, Kindertragemantel, Kindermantel oder Hockmantel genannt) war vor allem in Thüringen sehr verbreitet. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde er benutzt. 

Es handelte sich um eine Art zweilagiges Cape. In die äußere, kürzere Lage wurde das Kind eingewickelt, so dass es genug Halt bekam, um mit einem Arm getragen zu werden. Die innere, längere Lage wärrmte die tragende Person. Die Tragweisen waren unterschiedlich. Manchmal saß das Kind auf dem Arm. Manchmal - insbesondere, wenn es noch nicht sitzen konnte, lag es im Stoff.

Der Prediger Karl Witte war begeistert von diesem Tragemantel und lobte insbesondere die Nähe, die dieser ermöglichte.

Für uns ist es heute unvorstellbar und fast unerträglich, nicht zu wissen, ob wir schwanger sind oder nicht. Das war selbst für unsere Großmütter noch ganz anders. Selbst wie eine Schwangerschaft entsteht, wussten sie nicht mit Sicherheit. Das Wissen darum, wie Befruchtung funktioniert, ist heute Basis jeder Aufklärung. Doch dieses Wissen haben wir noch gar nicht so lange. Hier habe ich Euch Schilderungen aus verschiedenen Zeiten zusammengetragen.

Jean-Jacques Rousseau wird allgemein als der Entdecker der Kindheit gefeiert. 1762 veröffentlichte er mit Émile, ou de l'éducation das erste Buch, das als Erziehungsratgeber angesehen werden könnte. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass davor Kinder einfach nur als kleine Erwachsene betrachtet wurden. Das ist jedoch wenig plausibel.

This blog started out with me, Karin Bergstermann, being a Mum and breastfeeding counsellor in Germany in 2005 wondering where all those silly rules on infant care had come from. Feeding on a schedule? Baby wearing spoils the child? They have to sleep through the night at what age? Surely stone age people never thought about these things, so when did they come up and why? But there were hardly any books on this topic.

Gibt es Kinderbücher, die Euch Eure Verwandtschaft vererben wollte und die Ihr ganz schrecklich fandet?

Bei mir ist das Fränzi geht schlafen. Im Original erschien das Buch 1960 unter dem Titel Bedtime for Frances. Geschrieben wurde es von dem US-amerikanischen Schriftsteller Russell Hoban und illustriert von Garth Williams. Die letzte Ausgabe erschien 1998.

Das Buch schildert, wie das Dachs-Mädchen Fränzi am Abend um Punkt sieben Uhr von den Eltern ins Bett geschickt wird, obwohl es noch nicht müde ist.

Mehr als eine Sprache zu sprechen, eröffnet Einblicke in andere Kulturen, erweitert den Horizont, erzeugt eine Vielfalt an Möglichkeiten. Mit mehr als einer Sprache aufzuwachsen macht nicht nur den Spracherwerb leichter. Studien haben gezeigt, dass Zweisprachigkeit das Gehirn nachhaltig positiv verändert. 

Im 19. Jahrhundert war Französisch die beliebteste Wahl für zweisprachige Erziehung. Das war so nachhaltig, dass wir noch heute das Bild der Gouvernante kennen. Französisch gehörte zum guten Ton, nicht nur in der Oberschicht. Doch Nationalisten war die Toleranz, die durch die Mehrsprachigkeit gefördert wurde, ein Dorn im Auge.

Heute stelle ich euch einen ganz besonderen Erziehungsratgeber vor. Geschrieben wurde er 1877 von dem ehemaligen Lehrer Dr Karl Oppel. Zunächst einmal ist die Form des Buches bemerkenswert. Karl schreibt darin Briefe an seinen Freund Wilhelm und seine Frau, die vor kurzem zum ersten Mal Eltern geworden sind. Zudem reprodiziert er Gespräche mit Wilhelm und anderen Leuten. Natürlich nutzt er diese Gespräche, um sich selber als Gewinner aus den Diskussionen hervorkommen zu lassen. Aber er zeigt uns dadurch auch, mit welchen anderen Sichtweisen die Menschen sich zu seiner Zeit auseinandergesetzt haben. Und darum fesselt das Buch von der ersten Seite an.

"Erziehung" ist so ein weit verbreiteter Begriff und dennoch herrscht Uneinigkeit darüber, was er eigentlich bedeutet. Hier eine Zusammenstellung verschiedener Definitionen von Dr Friedrich Kirchner, Oberlehrer am königlichen Realgymnasium zu Berlin, aufgeführt in seinem Buch Katechismus der Pädagogik von 1890.

Menschen müssen nicht berühmt sein, um interessant zu sein. In Kirchen- und Staatsarchiven schlummern unentdeckt die Biographien von Held'innen des Alltags. 

Anna Goder (1817-1892) war die uneheliche Tochter von Magdalena Aigner (1774-1825), einer Bauerstochter vom Jetzlbauern-Gut in Münchham (heute zu Ering am Inn gehörend) und dem Bauersknecht Michael Gatterer oder Gatter aus Braunau am Inn. Über den Vater ist nichts weiteres bekannt, insbesondere nicht, ob es einen Kontakt zwischen ihm und seiner Tochter gab. Dennoch erhielt Anna seinen Nachnamen. Es gab noch keine Regeln für das Schreiben von Nachnamen, so wurde Annas Name durch den Dialekt zunächst zu Gader und später zu Goder. 

Kinder gehorchen nicht gern. Das ist nichts neues. Gehorsam wurde allerdings lange Zeit als unbedingt notwendig für eine gelungene Erziehung angesehen. Doch was dachten die Erwachsenen, würde passieren, wenn Kinder nicht gehorchen müssten? Johann Andreas Christian Löhr (1764-1823) war Theologe und Jugendschriftsteller. Er schrieb ein Buch zur "Bildung des sittlichen Gefühls und Urtheils sowohl zum Gebrauch beim öffentlichen als häuslichen Unterricht" mit dem Titel Kleine Geschichten und Erzählungen für Kinder. In einer dieser Lehrgeschichten lässt Löhr einen Vater das Experiment wagen. Die Kinder dürfen über sich selbst bestimmen. 

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