Die folgenden Empfehlungen stammen aus "Der gesunde Säugling - Seine Entwicklung Ernährung Pflege", Philipp Niemes, 1933

Beikost wird laut Philipp Niemes erforderlich ab dem "dritten Lebensvierteljahr", also im Alter von 6-9 Monaten. Es sei aber praktischer, schon im Alter von 3 Monaten zu beginnen, da sich das Kind dann angeblich leichter an die Beikost gewöhne. 

Hast du dir schon mal darüber Gedanken gemacht, wo die Milch her kommt, wenn Dein Baby Muttermilchersatz bekommt? Nein, ich meine nicht, von welchem Hersteller. Ich meine auch nicht, aus welchem Land sie kommt oder aus welchen Stoffen sie hergestellt wird. Ich meine, von welcher Kuh sie kommt.

Zu Zeiten als es noch keine standardisierte Ersatznahrung gab, war das durchaus eine Information, die wichtig für die Eltern war.

In Deutschland gibt es derzeit eine handvoll Krankenhäuser, in denen teil- oder nicht gestillten Neugborenen Stutenmilch statt abgepumpter Frauenmilch oder Pre-Nahrung gegeben wird. Auch manche Eltern möchten ihren Kindern lieber Stuten- oder Ziegenmilch als Pre geben, weil sie das für natürlicher und damit besser halten.

Die folgenden Beikostempfehlungen stammen aus dem Buch "Pflege und Ernährung des Säuglings - Ein Leitfaden für Pflegerinnen", Dr. Max Pescatore, Verlag von Julius Springer, Berlin, 1906 

Obwohl das Buch "Pflege und Ernährung des Säuglings" heißt, verschwendet Pescatore keine zwei Seiten auf die Beikosteinführung, weshalb ich den vollen Text hier zitiere.

Die folgenden Beikostempfehlungen stammen aus dem Buch "Das Kind / Der Mutter Glück, der Mutter Sorge - Ratschläge über die Pflege, Ernährung und Erziehung des Säuglings, des Kleinkindes, des Schulkindes und des Jugendlichen", Karl Planner-Wildinghof, 3. Auflage, Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart, 1943

Die folgenden Beikostempfehlungen stammen aus dem Buch Alles über dein Kind, Band 1, Prof. Dr. Kurt Hofmeier, Dr. Friedrich Müller, Prof. Dr. Werner Schwidder, 2. überarbeitete Auflage, 1972.

Schon von der sechsten Lebenswoche an gibt man Saft mit der Flasche, sowohl bei Flaschen- als auch bei Stillkindern. Man gibt 1-5 Teelöffel Obstsaft oder 3-6 Teelöffel Gemüsesaft. Die vorgeschlagenen Obstsäfte sind: Apfelsinen, schwarze Johannisbeeren, Erdbeeren und sogar Zitronen, dann aber mit Wasser verdünnt und mit Zucker gesüßt. Als Gemüsesaft wird Tomate oder Karotte gegeben.

In einer Reihe, die "Beikostempfehlungen durch die Zeit" heißt, darf natürlich auch der Blick auf aktuelle Empfehlungen nicht fehlen. Als Gastautorin schreibt heute Tatje Bartig-Prang.

Muttermilch ist immer gut. Sie ist beim Stillen nach Bedarf immer genau auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Einzig bei extrem mangelernährten Müttern ist die Qualität der Muttermilch nicht gewährleistet. In Zeiten vor modernen Laboruntersuchungen als man noch nicht mal anseitsweise wusste, was in Muttermilch alles drin ist, oder wie überhaupt Verdauung wirklich funktioniert, hatten die Mediziner ihre eigenen Ideen, woran sie die Qualität von Muttermilch beurteilen könnten.

Künstliche Nahrung für nicht gestillte Säuglinge zuzubereiten, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur richtige Arbeit, sondern es war auch schwierig, die notwendige Hygiene einzuhalten. Ein weit verbreitetes und in fast jedem Buch empfohlenes Gerät war der Soxhlet-Apparat, benannt nach seinem Erfinder Franz von Soxhlet (1848-1926).

Nichts unterlag in der Geschichte der Säuglingspflege so vielen Veränderungen wie die Beikostempfehlungen. Derzeit geistert eine Warnung vor dem ach-so-modernen Baby Led Weaning (BLW, babygeleitetes Abstillen) durch die Medien. Nicht nur gibt es BLW in seiner modernen Form schon seit ca 2002, sondern ist vielmehr die reine Brei-Beikost nur eine Mode-Erscheinung. Die ersten nationalen Beikostempfehlungen gab es eh erst im 20. Jahrhundert. Davor hat quasi jeder Arzt seine eigenen Empfehlungen ausgesprochen, auf der Basis von persönlicher Anschauung, aktuellem Wissen und regionalen Traditionen.

Wie wir alle wissen, war die Säuglingssterblichkeit früher sehr hoch. Doch wisst ihr auch, wie groß die regionalen Schwankungen waren? 1883 gibt uns Ernst Kormann folgende Statistik für die Sterblichkeit von Kindern unter einem Jahr.

Jetzt buchen!

Die Anmeldung für folgende Webinare läuft:

Brusternährung und Säugegeschäft

Termin: 12. Jan 2023
Frühbuchungspreis: 40 €
Normalpreis: 50 € 

Generationenkonflikte einst & heute

Termin: 26. Jan 2023
Frühbuchungspreis: 35 €
Normalpreis: 45 € 

weitere Termine und Kurse hier.

»Bei meinem Kind mache ich das anders«

Unterstützen

Dieser Blog lebt durch Crowdfunding. Jedes bisschen hilft.

Steady: Hier kannst Du den Newsletter abonnieren und den Blog durch monatliche oder jährliche Beiträge unterstützen.
Patreon: Alternative zu Steady. Hier sind nur monatliche Beiträge möglich.

Steady und Patreon bieten verschiedene Förderstufen mit diversen Vorteilen für Dich. Schau doch mal rein!

Ko-Fi: Spendiere mir einen Kaffee! (Crowdfunding durch Einmalzahlung über PayPal.)

Herzlichen Dank für Deine Unterstützung!

Familienforschung