Der Tragemantel war insbesondere in Sachsen und Thüringen weit verbreitet. Meist war er eine Art zweilagiges Cape, in dessen äußere, kürzere Lage das Baby oder Kleinkind gewickelt wurde, um es bequem tragen zu können und dabei die andere Hand frei zu haben. Mit Sicherheit war diese Art zu tragen nicht so ergonomisch wie heutige Tragetücher oder Tragehilfen. Die Alternativen waren damals aber, das Baby wie ein Bündel in Tücher oder Bänder einzuwickeln und das Kleinkind auf dem Unterarm wie auf einem Stuhl sitzen zu lassen. Das aufrechte Tragen eines Babys wurde für rückenschädigend gehalten und das Tragen auf der Hüfte war anscheinend so undenkbar, dass es nicht einmal erwähnt wird.

Der Tragemantel (auch Tragmantel, Kindertragemantel, Kindermantel oder Hockmantel genannt) war vor allem in Thüringen sehr verbreitet. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde er benutzt. 

Es handelte sich um eine Art zweilagiges Cape. In die äußere, kürzere Lage wurde das Kind eingewickelt, so dass es genug Halt bekam, um mit einem Arm getragen zu werden. Die innere, längere Lage wärrmte die tragende Person. Die Tragweisen waren unterschiedlich. Manchmal saß das Kind auf dem Arm. Manchmal - insbesondere, wenn es noch nicht sitzen konnte, lag es im Stoff.

Der Prediger Karl Witte war begeistert von diesem Tragemantel und lobte insbesondere die Nähe, die dieser ermöglichte.

Kinder- und Babykleidung von heute ist praktisch, pflegeleicht und überall günstig erhältlich. Vor 100 Jahren jedoch war sie hauptsächlich selbstgemacht. Statt Druckknöpfen und Reißverschlüssen gab es Bändchen und Knöpfe. Gerne wurde die Kleidung auch reichlich mit Borten und Stickereien verziert. Kleidchen, Hosen und Röcke hatten oftmals einen breiten Saum, der dann ausgelassen wurde, wenn das Kind wuchs.

Kleidung der Hausammen im Dresdner Städtischen Säuglingsheim, aus "Der Säugling - seine Ernährung und seine Pflege", Walther Kaupe, 1907

Was macht man, wenn man keinen Kinderwagen hat, aber das Baby transportieren will? Heute ist diese Frage klar, denn es gibt ein breites Angebot an Tragetüchern und Tragehilfen. Und wenn man von der Vielzahl der Möglichkeiten überfordert ist oder die Tricks und Kniffe der verschiedenen Bindeweisen von Tragetüchern lernen möchte, dann geht man zur Trageberatung. Ganz einfach. Doch wie sahen Tragehilfen früher aus?

Dieser Artikel erschien zuerst in der Stillzeit 1/2010 (Vereinszeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen)

Heute geht der Trend zum Tragen. In einem gut gebundenen Tuch oder einer ergonomischen Tragehilfe wird der Körper des Kindes optimal gestützt und unterstützt. Das Tragen hat viele Vorteile. Von der körperlichen Nähe über die positiven Auswirkungen auf die physiologische Entwicklung bis zur Integration des Kindes in den Alltag [1]. Getragene Kinder weinen nachgewiesenermaßen weniger [2]. Außerdem macht es Freude und ist praktisch.

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