Was ist Familie? Zu unterschiedlichen Zeiten wurde diese Frage sehr unterschiedlich beantwortet. Werfen wir einen Blick auf diese Vielfalt.

Jean-Jaques Rousseau

Rousseau schrieb mit seinem „Emil“ den ersten als solchen anerkannten Erziehungsratgeber. Er war für eine strikte Rollentrennung. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau seien kein Vorurteil, sondern logisch begründbar, behauptete er. Rousseau sah die Unterschiede bei der Fortpflanzung als Basis für die Rollen in der Familie. Das Familienoberhaupt, also der Vater, sei die Verbindung zur Gesellschaft, und die Frau solle in der Familie wirken. Dementsprechend sollten Jungen und Mädchen unterschiedlich unterrichtet werden.

„So bald einmal erwiesen ist, daß der Mann und die Frau nicht auf einerley Art, nach dem Charakter und Temperamente eingerichtet sind, noch seyn sollen: so folget daraus, daß sie nicht einerley Erziehung haben dürfen.“

Emil, oder Von der Erziehung, Jean-Jacques Rousseau, Band 4, 1762, S. 18f

Familie ist zu Rousseaus Zeiten auch eng mit Standesdenken verbunden.

„Es ist auch noch, der Ordnung in der Ehe halber, sehr unterschieden, ob sich der Mann über oder unter seinem Stande verbindet. Der erste Fall ist der Vernunft ganz und gar zuwider; der zweyte ist ihr gleichförmiger. Weil die Familie nur durch ihr Haupt an der Gesellschaft hängt: so richtet der Stand dieses Hauptes den Stand der ganzen Familie ein. Wenn er sich in einem niedrigern Range verheurathet: so steigt er nicht hinab, sondern erhebt seine Frau. Wenn er hingegen eine Frau nimmt, die über ihm ist, so erniedriget er sie, ohne sich zu erheben. In dem ersten Falle also ist etwa Gutes ohne Böses, und in dem zweyten etwas Böses ohne Gutes.  Ueber dieß ist es nach der Ordnung der Natur, daß die Frau dem Manne gehorche. Wenn er sie also aus einem untern Range nimmt: so stimmen die natürliche und bürgerliche Ordnung zusammen, und alles geht gut.  Das Gegentheil geschieht, wenn sich der Mann mit einer über seinem Rang verbindet, und also in die Wahl setzet, entweder sein Recht oder seine Erkenntlichkeit zu verletzen, und entweder undankbar oder verachtet zu seyn.“

Emil, oder Von der Erziehung, Jean-Jacques Rousseau, Band 4, 1762, S. 134

Die Stellung der Familienmitglieder untereinander

Der Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl (1823-1897) beschäftigte sich mit dem Wandel der Familienkonstellationen. Er wollte die Stellung der Familienmitglieder untereinander an der verwendeten Anrede ablesen können.

„Die Stellung der Frau in der Familie bei Bauern, Bürgern und Aristokraten ist kurz und bündig on Folgendem versinnbildlicht:

Bei Bauern reden sich die Ehegatten mit Du an, das Kind aber muß den Vater Ihr heißen.
In der höheren Aristokratie sagt häufig nicht bloß das Kind zum Vater, sondern mitunter wohl auch zum Uebermaß der die Geschlechter scheidenden Etikette ein Gatte zum andern Sie.

Altbürgerliche Sitte war es, daß wenigstens das Kind den Vater Sie oder Ihr nannte. Neubürgerliche Sitte dagegen ist’s, daß sich die ganze Familie, für welche die Gemüthlichkeit des häuslichen Lebens an die Stelle der patriarchalischen Zucht des Hauses getreten ist, durch die Bank duze.“

Die Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Social-Politik. Dritter Band: Die Familie, Wilhelm Heinrich Riehl, 1855, S. 46

Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein gehörten nicht nur Blutsverwandte zur Familie. Auch das wird nach Riehl in der verwendeten Anrede deutlich.

„Im alten deutschen Bauernhaus redete der Herr den Knecht mit »Du« an, der Knecht den Herrn mit »Ihr«. Also ganz dieselbe Anrede wie zwischen Vater und Kind. Ja es kam sogar häufig vor, und ist bei abgeschlossenen Bauernschaften noch immer nicht ganz verschwunden, daß das Gesinde seine Herrschaft »Vater« und »Mutter« anredet. Noch charakteristischer für die ehemalige Familienhaftigkeit des Gesindes ist ein alter Brauch, der sich auf schleswigeschen Bauernhöfen vereinzelt erhalten hat. Das Gesinde gibt nämlich nur denjenigen Familienmitgliedern die respektvollere Anrede mit »Ihr,« welche im Alter ihm vorangehen; wer jünger ist, und wäre es der Dienstherr selber, den nennt die Magd »Du.« Das Gesinde betrachtet sich also geradezu als ein Glied der Familie. Dabei ist freilich vorausgesetzt, daß an ein willkürliches Wechseln des Diensts gar nicht gedacht wird; das Gesinde weiß, daß es auf Lebenszeit Versorgung im Hause findet.“

Die Familie, Wilhelm Heinrich Riehl, 1855, S.151f

Wer gehört zur Familie?

Diese Frage wurde zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ständen unterschiedlich beantwortet.

„Es zeigt die Auflösung des Familienbewußtseyns an, daß es mehr und mehr Sitte wird, die einzelnen Genossen des »Hauses« in Gruppen abzusondern: Mann und Frau, die Kinder, das Gesinde, die Geschäftsgehülfen &c. bilden in dem vornehmeren Hause je eine Familie für sich. Der alte Gedanke des »ganzen Hauses« ist damit faktisch aufgehoben.

Schon die Ausdehnung des Familie selber wird von der nivellirenden modernen Gesittung immer enger gefaßt. In den bürgerlichen Kreisen hält man es für höchst kleinstädtisch und altmodisch, entferntere Verwandtschaftsgrade noch zur Familie zu ziehen. Die Aristokratie und die Bauern dagegen, die auch hier als »Mächte des socialen Beharrens« erscheinen, erkennen die Familie noch in viel weiteren Gränzen an. Ein Andergeschwisterkindsvetter gehört dem Bauern noch zur nächsten Verwandtschaft, und er läßt ihm seinen vollen vetterlichen Schutz angedeihen. Vettern und Basen werden bis in die entferntesten Grade förmlich aufgesucht, man ist stolz auf eine recht große Sippe und beobachtet sorgfältig die Verwandtschaftstitulaturen. Bei Fürsten und Bauern sagt man noch »Herr Vetter« und »Herr Bruder;« im feineren Bürgerstande sind diese Titel Rococo. Ja dem Bauern fallen die Begriffe der »Verwandtschaft« und »Freundschaft« auch sprachlich noch ganz zusammen. »Freundschaft« in der Bauernsprache ist Blutsfreundschaft. Ein »Freund« ist jedenfalls ein Vetter; wäre er das nicht, so müßte man ihn durch das geringere Prädikat eines »guten Freundes« unterscheiden.“

Die Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Social-Politik. Dritter Band: Die Familie, Wilhelm Heinrich Riehl, 1855, S.142f

Die Begriffe Haus/Hof und Familie konnten synonym benutzt werden. Bis die moderne Familienbildung eine Unterscheidung notwendig machte.

„Mit der »ganzen Familie« hängt nun das »ganze Haus« zusammen. Die moderne Zeit kennt leider fast nur noch die »Familie,« nicht mehr das »Haus,« den freundlichen, gemüthlichen Begriff des ganzen Hauses, welches nicht blos die natürlichen Familienmitglieder, sondern auch alle jene freiwilligen Genossen und Mitarbeiter der Familie in sich schließt, die man vor Alters mit dem Worte »Ingesinde« umfaßte. In dem »ganzen Hause« wird der Segen der Familie auch auf ganze Gruppen sonst familienloser Leute erstreckt, sie werden hineingezogen, wie durch Adoption in das sittliche Verhältniß der Autorität und Pietät. Das ist für die sociale Festigung eines ganzen Volkes von der tiefsten Bedeutung.“

Die Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Social-Politik. Dritter Band: Die Familie, Wilhelm Heinrich Riehl, 1855, S. 147

Bei den Germanen bezog sich weder der Begriff Familie, noch der des Vaters auf eine Blutsverwandtschaft. 

„Der Vater ist, so fremd das jetzt unsrer Auffassung geworden ist, nicht notwendig als Erzeuger gedacht, sondern als derjenige, welcher als Herr über solche gebietet, die er zu sich in ein Verhältnis gebracht hat, das dem des Besitzes am verwandtesten ist, ja mit diesem völlig zusammenfallen kann.“
Die Geschichte der Familie, Julius Lippert, S. 6

Der Historiker Julius Lippert (1839-1909) verwendet zur Unterscheidung die Begriffe Altfamilie und Altvater. Lippert beschreibt auch die Ursachen des Verschwindens dieser Altfamilien.

„Es tritt, um nur auf einiges andeutend vorzubereiten, dazu die Frage: wer soll Altvater sein? - Sie ist keine Verwandtschafts- sondern eine Organisationsfrage, darum nie von der Natur voraus entschieden. Die meisten der für diese Würde erhaltenen Namen einigen sich in dem Begriffe des Senior und deuten auf die weit verbreitete Uebung der Senioratsfolge. Aber nur selten wird die Gewohnheit zum festen Gesetze. Vielfach gewinnt der Wille des lebenden Altvaters Einfluß auf die Nachfolge; anderwärts ist eine Wahl durch alle Familienmitglieder nicht ausgeschlossen. Leicht beschränkt sich die Nachfolge unter dem Einflusse des lebenden Vaters und seiner Machtvollkommenheit auf einen engeren Kreis in der Familie, auf die Blutsverwandtschaft der jüngeren Familie innerhalb der alten - ein wichtiges Moment der Zersetzung. Es entsteht so eine bei einer einzigen Sonderfamilie verbleibende Erbherrschaft; die Gemeinfreiheit stirbt bei deren Geburt; ein Herrenadel tritt aus einer unterthänigen Volksmasse hervor. Zersetzt das Verwandtschaftsprincip von unten aus die ganze Altfamilie samt dem Gemeinbesitze derselben, wie bei einigen Germanenstämmen, so löst sich das Volk in viele Sonderfamilien jüngerer Form auf, und es fehlt an dieser Art Adel.“
Die Geschichte der Familie, Julius Lippert, S. 6

Vor der Altfamilie gab es die Mutterfamilie, die matrilinear fortgeführt wurde. Lippert sieht in den Familien, die sich aus den Altfamilien abgesondert haben, eine Ähnlichkeit zur Mutterfamilie, obwohl der Mutter nicht mehr die Rolle des Familienoberhauptes zukommt.

„In den wesentlichen Formen ahmt die Sonderfamilie die alte Mutterfamilie nach; aber der Begriff der Blutsverwandtschaft hat sich auf den Vater ausgedehnt: echte Kinder dieser Familie sind nun Vater und Mutter zugleich verwandt. Der »Vater« dieser Familie - leider übernahm er wieder denselben Namen - unterscheidet sich als der »Erzeuger« von dem der Altfamilie als dem »Herren«. 
Die Geschichte der Familie, Julius Lippert, S. 220

Curriculum für das erste Schuljahr 1853

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde in den verschiedenen Teilen Deutschlands die Schulpflicht eingeführt. Das Bild der Familie, das den Kindern in der Schule vermittelt wurde, war eindeutig christlich-patriarchalisch geprägt. So wurde der gesellschaftliche Wandel von der Groß- zur Kleinfamilie untermauert.

„B. Katechetischer Unterricht über die Bewohner des Hauses.

Durch diesen Unterricht soll das Kind angehalten werden, einen Blick in sein Inneres zu thun, und sich mit den Bedingungen, unter welchen das Familienleben gedeiht, bekannt zu machen. Diese Unterredungen geben Veranlassung, die Vorbegriffe für den Religionsunterricht mitzutheilen; endlich knüpft sich an diesen Abschnitt auch der Schreibleseunterricht.

  1. Aufzählung der Bewohner im Hause – der Familienmitglieder, Verwandten, Dienstboten. Es halten sich auch im Zimmer, dann im Hofe etc. nützliche und schädliche Thiere auf, zahme und wilde.
  2. Beschreibung der Haupttheile des menschlichen Körpers: Kopf, Rumpf, Gliedmaßen, hier nur in allgemeinen Zügen mit Einschaltung der Fragen, wozu wir Augen, Hände etc. brauchen. Durch die Thätigkeit der Menschen und Thiere wird zur Uebung des Zeitwortes Veranlassung gegeben. Dazwischen werden Erzählungen über den Werth der gesunden Glieder eingestreut.
  3. Unterredung über die Sprache, einen theils äußeren, theils inneren Vorzug des Menschen.
    a) Das Thier kann, Singvögel abgerechnet, nur einen Ton von sich geben und dieser ist eine wilde und widerliche Stimme; die Stimme des Menschen dagegen ist mannigfaltig: er kann reden, lachen, singen, weinen, mit der Stimme fallen und steigen, oder in demselben Ton verschiedene Wörter sprechen – und weiß, was sie bedeuten.
    b) Der Mensch kann sagen, was er wünscht, will, was er gesehen, gehört hat, was er denkt, fühlt und thut.
  4. Geistige Vorzüge des Menschen vor dem Thiere zur Entwicklung der Begriffe: Recht, Unrecht, Schuld, Strafe, Verdienst und Belohnung.
    a) Der Mensch kann denken, verstehen, was recht und nicht recht ist, d. h. er hat Verstand; nicht so das Thier.
    b) Der Mensch hat wie das Thier Neigungen und Begierden zum Essen, Trinken, Spielen etc.; das Thier kann seine Begierde nicht beherrschen, der Mensch kann und soll sie beherrschen – die Katze nascht, das Kind kann es unterlassen, d. h. der Mensch kann das Gute wollen, ausüben oder nicht – er hat freien Willen.
    Alles werde durch Erzählungen, Geschichten und Beispiele erläutert!
  5. Das Zusammenleben der Menschen im Hause, woraus sich die Begriffe: Verträglichkeit, Gehorsam etc. entwickeln.
    a) Der Mensch kann nicht für sich allein leben; das Zusammenleben der Menschen bedingt aber ein Vertragen unter sich: Kinder sollen also mit Geschwistern, Dienstboten, Hausgenossen und Mitschülern verträglich sein.
    b) Die Familie kann nicht bestehen, wenn Jeder im Hause befehlen, Keiner gehorchen will; nur Aeltern können da befehlen, alle Anderen müssen gehorchen.

C. Unterredung über die Bedürfnisse der Familie.

a) Angabe der Bedürfnisse: 1) Wohnung; Vorsicht mit Feuer. 2) Hausgeräthe; Alles an seinen Ort. 3) Kleidung; ist reinlich zu halten. 4) Nahrung; sei mäßig. Benennung der Früchte im Hausgarten: Obst, Gemüse, Blumen etc.

b) Unantastbarkeit des Eigenthums Anderer. Nicht einmal aus Neugierde oder Naschhaftigkeit darf man einen Schrank öffnen. Begriffe von Eigenthum, von Mein und Dein. "Alles, was du willst, daß man dir nicht thue, thue auch Anderen nicht". c) Für alle Bedürfnisse der Familie sorgen die Aeltern, daher die Pflichten gegen die Aeltern: Dankbarkeit, Gehorsam, Liebe, Vertrauen.

d) Wenn aber der Vater und kein Mensch helfen kann, so kann ein unsichtbarer Vater im Himmelhelfen. Diesen wollen wir kennenlernen.“

Lehrbuch für Erziehung und Unterricht: zunächst für Schulseminaristen, Lehrer und Erzieher. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. Im Verlag des Taubstummeninstituts zu Bamberg, 1853, S.240ff

Die Antike als Vorbild

Für die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft wurde gerne die Antike als Vorbild angeführt.

„Die ächt deutsche Nationalerziehung muß den alten Römern und alten Germanen in Pflege des Familienlebens und der Familienerziehung nachahmen. Die Familie ist die Urgesellschaft, die unmittelbarste Gestalt des Gemeinwesens, der embryonale Zustand der Gesellschaft. Deshalb stört und fördert die Gesellschaft in ihrem tiefsten Grunde, wer die Familie stört und fördert. Und darum ist die Behauptung wahr: Die Wiege des Kindes ist die Wiege der menschlichen Gesellschaft, und der Bund zwischen Mann und Weib ist ein Bund der Menschlichkeit. Durch das Wesen der Familie ist das einzelne Glied derselben bestimmt. Denn der Mensch wird in seiner Denk- und Handlungsweise, in seinen Schlußfolgerungen und Anschauungsweisen von seiner Umgebung gelenkt.“

Auszug aus einem Vortrag des Herrn Schulrath Dr. Schmidt in Gotha, veröffentlicht in: Cornelia. Zeitschrift für häusliche Erziehung. Band 1, 1864, S. 34

Die Rolle der Mutter

Vor der Industrialisierung haben die Eltern eine gemeinschaftliche Aufgabe in der Erziehung und Bildung ihrer Kinder. Ausgehend von der Oberschicht und verstärkt durch die Berufstätigkeit außer Haus wurden die Rollen von Vater und Mutter immer strikter getrennt.

„Die Familie ist die Grundlage der physischen und sittlichen Kraft eines Volkes, die Mutter ist die nährende und erwärmende Lebenskraft derselben.“

Die Mutter als Erzieherin, Hermann Klencke, 4. Auflage, 1881, S. 4

Mit den rigideren Vorstellungen über die Rolle, Aufgabe und Vorbestimmung der Frau als Mutter und Ehefrau ging eine Idealisierung einher, die den gesellschaftlichen Druck auf Frauen erhöhte und ihnen kaum noch Spielraum ließ, wie sie ihre Rolle auszuführen hatte.

„Versäumt das Weib als Gattin seine Hausfrauenpflichten, so verfällt der bürgerliche Bestand der Familie, deren Erhalterin es sein soll; versäumt es seine Mutterpflichten, so untergräbt es die physischen und moralischen Grundfesten seines Familienlebens und es hat das Gebäude, welches Ehegatten stifteten, um Namen und Geschlecht dauernd darin fortleben zu lassen, keine Zukunft!“

Die Mutter als Erzieherin, Hermann Klencke, 1870, S. 8 

Romantisierung von Familie

Rechte und Pflichten eines Menschen in der Gesellschaft waren fest an seine Position in einer Familie gekoppelt. Dem Familienoberhaupt kamen die meisten Rechte zu. Eine Romantisierung einer Lebensführung die klare Privilegien für eine bestimmte Gruppe an Menschen bedeutet, führt unter anderem auch zu mehr Akzeptanz dieser Lebensführung bei den weniger privilegierten Gruppen. So werden beispielsweise Mädchen dazu gebracht, die gesellschaftlich akzeptierte Mutterrolle selber anzustreben.

„So ging also aus den Händen Gottes die menschliche Familie hervor! . . . . um in allen Zeitaltern das primitive und für immer gesegnete Element, die nothwendige Grundlage der großen Gesellschaft des Menschengeschlechtes zu bleiben.

Die Familie! Diese mysteriöse Dreieinigkeit, in welcher ein so herrlicher und so rührender Abglanz der Macht Gottes, welche beschützt, Seiner Weisheit, welche regiert, Seiner Liebe, welche beseelt und erhält, zur Erscheinung kommt!

Die Familie! Das hehre Heiligthum der Autorität, welche erschafft, der Erziehung, welche erhebt, der Vorsehung, welche erhält.

Die Familie! Der lebensvolle und unvertilgbare Mittelpunkt, von dem die zwei edelsten Gefühle im Herzen der Menschenkinder ausgehen: die Dankbarkeit und die Ehrfurcht.

Die Familie! Der unvergängliche Gegenstand, der erste und letzte Zweck der Fürsorge des Himmels und der göttlichen Gesetze, wie sie auch jener der Fürsorge der Erde und der socialen Gesetzgebungen sein soll. Die Familie! Das will mit einem Wort die für das Ohr des Menschen am lieblichsten klingenden Namen bedeuten: ein Vater, eine Mutter, ein Sohn, ein Bruder, eine Tochter, eine Schwester; die reinsten Neigungen; die ersten Freundschaften des Lebens; die zutraulichsten und kindlichsten Freuden; die liebenswürdigsten Tugenden: Einfalt, Reinheit, Unschuld!“

Die Erziehung. Felix Dupanloup, Bischof zu Orleans und Mitglied der Französischen Akademie. Autorisirte Uebersetzung. Band 2, 1867, S. 123

DIE Familie gibt es nicht

Familie ist, wo Menschen zusammen leben und füreinander da sind. So sehe ich das. Was ist dein Begriff von Familie?

 

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